| Genre |
|
Drama / Thriller | | Regie | | Jan-Ole Gerster ... | | Darsteller | | Agnes Lindström Bolmgren ... Janis | | Jack Farthing ... Dave | | Sam Riley ... Tom | | Stacy Martin ... Anne | | | | Agent |
|
Spreewurm |
| |
| Wertungen | | 3 |
| Durchschnitt | | |
| | Meine Wertung [Prognose] [Werten]
DVD-Erscheinungstermin: 19.09.2025
Start in den deutschen Kinos: 08.05.2025
|
Mit diesem Muster bleibt sich Jan Ole Gerster treu. Seine Filme tragen eine klar erkennbare Regiehandschrift. Ob in Oh Boy, Lara oder nun in Islands: Gerster erzählt vermeintlich leichte, alltagsnahe Stoffe, die in Wahrheit von Scheitern, Selbstbetrug und existenzieller Verunsicherung handeln. Mit britischem Cast wird sein neuer Film internationaler, doch im Kern geht es erneut um einen Mann ohne Plan.
Gestrandet im vermeintlichen Urlaubsparadies bewegt sich Tom zwischen verpassten Chancen, Selbsttäuschung und der unterschwelligen Frage nach einem anderen Leben. Gerster führt diese orientierungslose Figur so präzise und empathisch ein, dass sie sofort greifbar wird und man unbedingt wissen möchte, wie ihr Schicksal sich entfaltet. In einer Urlaubsfamilie glaubt Tom zu erkennen, wonach er sich insgeheim sehnt, und schöpft daraus neuen Antrieb. Besonders spannend sind dabei die unausgesprochenen Andeutungen zu Motiven und Vergangenheiten der Figuren, aus denen sich der Zuschauer selbst zusammenreimt, was geschehen sein könnte.
Als dann eine Person auf mysteriöse Weise verschwindet, verbindet Gerster dieses filmgewordene Psychogramm noch mit Neo-Noir-Thriller-Elementen. Das vermeintliche Urlaubsparadies verwandelt sich trotz Sonne und Strand in einen schwermütigen Kosmos, in dem die kanarischen Vulkanlandschaften, die ausgeblichenen Farben und die in die Jahre gekommene Hotelarchitektur die innere Leere und Zerrissenheit der Figuren spiegeln.
Insgesamt ist Islands ein gewohnt ruhiges, aber äußerst kontrolliert inszeniertes Psychogramm aus Gersters Feder, das mit existenziellen Fragen und leiser Spannung bis zum Schluss bei der Stange hält.